Wie kann man einem hochsensiblen Kind helfen, mit seinen Gefühlen umzugehen?

Hochsensible Kinder erleben die Welt oft intensiver als Gleichaltrige. Für sie können alltägliche Situationen starke Gefühle auslösen, und Reize des täglichen Lebens können sie manchmal überfordern. Ihre Bedürfnisse zu verstehen und sie beim Erlernen der Emotionsregulation zu unterstützen, kann ihr Sicherheitsgefühl und ihr Selbstvertrauen erheblich stärken. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie Ihr Kind dabei unterstützen können, seine Gefühle zu regulieren, seine Bedürfnisse zu erkennen und Resilienz zu entwickeln.

Wie erkennt man ein hochsensibles Kind?

Hochsensible Kinder reagieren oft emotional auf Kleinigkeiten, sind leicht gestresst und brauchen mehr Zeit, um neue Reize zu verarbeiten. Sie meiden möglicherweise laute Geräusche oder intensives Spielzeug, zeigen aber gleichzeitig großes Einfühlungsvermögen. Indem Sie ihr Verhalten beobachten und mit Ihrem Kind sprechen, können Sie Ihre Erziehungsstrategien im Alltag besser anpassen.

Warum sind die Gefühle so intensiv?

Bei diesen Kindern ist das Nervensystem empfindlicher gegenüber äußeren und inneren Reizen. Das bedeutet, dass sie Freude und Trauer intensiver erleben. Es ist wichtig zu verstehen, dass ihre Reaktionen nicht übertrieben sind, sondern eine natürliche Antwort auf Stress und emotionale Reize darstellen. Die Fähigkeit, die eigenen Gefühle zu erkennen, ist der erste Schritt zu deren Regulierung.

Wie spricht man über Gefühle?

  • Ermutigen Sie Ihr Kind, seine Gefühle verbal auszudrücken, auch wenn sie schwierig sind.
  • Stellen Sie einfache Fragen wie: „Was fühlst du?“ oder „Was bedrückt dich?“
  • Zeigen Sie Ihre eigenen Gefühle ruhig, damit Ihr Kind sie beobachten und lernen kann, seine Gefühle zu kontrollieren.
  • Akzeptieren Sie alle Gefühle – sowohl Wut als auch Traurigkeit – ohne zu urteilen.

Tägliche Übungen zur Emotionsregulation

  • Schaffen Sie eine beständige Routine, die Sicherheit vermittelt.
  • Bringen Sie Ihrem Kind Atemtechniken oder kurze Entspannungsübungen bei.
  • Fördern Sie kreative Aktivitäten wie Zeichnen oder Tagebuchschreiben, um den Gefühlsausdruck zu unterstützen.
  • Geben Sie Ihrem Kind die Möglichkeit, sich ruhig zurückzuziehen, wenn es sich überfordert fühlt.

Fehler, die Sie vermeiden sollten

  • Die Gefühle Ihres Kindes zu ignorieren oder abzutun, kann zu Rückzug und dem Gefühl, missverstanden zu werden, führen.
  • Übermäßiges Kontrollverhalten – hochsensible Kinder brauchen Raum, um ihre Gefühle selbst zu erleben.
  • Vergleiche mit Gleichaltrigen – jede Reaktion ist individuell und verdient Akzeptanz und Unterstützung.

Wie stärkt man das Selbstvertrauen?

Lob sollte konkret sein und sich auf die Anstrengung, nicht nur auf das Ergebnis konzentrieren. Ein Kind entwickelt ein Gefühl der Kompetenz, wenn es lernt, Gefühle zu erkennen und zu benennen, Probleme zu lösen und seine Grenzen zu wahren. In einem solchen Umfeld verläuft die emotionale Entwicklung stabiler und bewusster.

Welche Hilfsmittel können dabei helfen?

  • Bücher über Gefühle für Kinder, die verschiedene Empfindungen veranschaulichen.
  • Spiele und Aktivitäten, die die emotionale Intelligenz fördern.
  • Kurze Achtsamkeits- oder Entspannungsübungen, die dem Alter des Kindes angepasst sind.
  • Gespräche mit einem Kinderpsychologen, falls Schwierigkeiten bei der Emotionsregulation auftreten.

Zusammenfassung

Hochsensible Kinder brauchen Verständnis, Geduld und Unterstützung, um den Umgang mit ihren Gefühlen zu erlernen. Ein sicherer Raum, Gespräche über Gefühle und tägliche Übungen zur Emotionsregulation können ihr Wohlbefinden und ihr Selbstwertgefühl deutlich verbessern. Es ist eine Investition in eine gesunde emotionale Entwicklung, die sich ein Leben lang auszahlt.

 

Julie Tank

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